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Aktuell: Die Herstellung von handgefertigten Ketten
In regelmässigen Abständen stellen wir Ihnen Goldschmiedearbeiten und Techniken vor.
Giessen 
Bevor mit der Herstellung einer Ketten begonnen werden kann, müssen wir das benötigte Edelmetall legieren. Auf Härte, innere Struktur und Verarbeitungsmöglichkeiten hat dies einen relevanten, positiven Einfluss. Durch den Anteil der einzelnen Legiermetalle können wir diese Faktoren steuern. Wird zum Beispiel zuviel Kupfer beigemischt wird das Material spröde. Da wir unsere Legierungen selber herstellen und die Kettenfertigung sehr hohe Anforderungen stellt, haben wir viel Zeit und Energie in die Entwicklung gesteckt. Die verschiedenen Metalle werden in Form von Granulat im gewünschten Verhältnis in den Schmelztiegel gegeben und anschliessend bei rund 1200 Grad Celsius mit einander verschmolzen. Die flüssige Legierung wird nun in eine sogenannte Kokille zu Stäben von je 300 Gramm oder Platten von je ca. 1 Kilogramm gegossen.  
 
Drahtwalzen, Drahtziehen 
Der Drahtzieher trifft die nächsten Vorbereitungen für die Anfertigung einer handgefertigten Goldkette, was als Zurichten bezeichnet wird. Darunter versteht man das Ziehen von Drähten sowie das Walzen von Blechen auf vorgegebene Masse. In der Drahtwalze wird die stabförmige Goldlegierung zu einem massiven Draht in der gewünschten Stärke gewalzt. Dies darf nur schrittweise erfolgen, ansonsten das Gold zu stark strapaziert würden und Risse entstehen könnten. Um die Legierung zwischen den Arbeitsgängen wieder zu entspannen, wird regelmässig zwischengeglüht. Der noch relativ dicke Golddraht wird durch ein „Zieheisen“ feinster Abstufungen auf die gewünschte Form und Grösse gebracht. Dieser Golddraht ist das Ausgangsmaterial für die Herstellung einer massiven Kette. 
 
Wickeln 
Da die Panzerkette als Basis für viele Kettenmuster verwendet wird, erklären wir die Herstellung am Beispiel dieses Musters. Drähte oder Scharniere werden nun um eine Spindel zu einer Spirale gewickelt. Eine Spindel ist ein Eisen- oder Kupferstab, der bei uns zu Hunderten in verschiedenen Profilen und Grössen existiert.  
 
Aufsägen, eingehängt löten 
Um das beanspruchte Material zu entspannen, wird nun die Spindel in einem Ofen bei 800 Grad geglüht und anschliessend abgeschreckt. Der Drahtzieher übergibt die Wickelung dem Kettengoldschmied, welcher die Spirale mit grösster Präzision aufschneidet, um die zukünftigen Kettenglieder zu erhalten. Die Kettenglieder werden nun aufgebogen, um sie ineinander hängen zu können. Werden die Glieder anschliessend zugebogen, muss der Kettengoldschmied darauf achten, dass die präzis geschnittenen Flächen passgenau zusammengeführt werden. Die Glieder werden einzeln verlötet, was zunächst eine Ankerkette ergibt. 
 
Drehen 
Die Ankerkette wird mittels einer Hakenzange von Hand zu einer Panzerkette gedreht. Dieser Prozess muss mit sehr viel Fingerspitzengefühl vom Fachmann durchgeführt werden da die Gefahr besteht, dass die Kette nicht regelmässig gedreht ist oder gar eine Überdrehung vorliegt.  
 
Schlosseinbau, polieren, mattieren, fertige Kette 
Der Kettengoldschmied übergibt nun die Kette dem Goldschmied, welcher das passende Schloss einbaut. Die Einzelteile eines perfekten Schlosses lassen in ihrer Genauigkeit keine Kompromisse zu. Deshalb legen wir auf die Entwicklung und den Einbau funktionaler, optisch ausgereifter Schlösser grössten Wert. Im letzten Arbeitsgang gibt nun die Polisseuse der Kette das definitive Aussehen. Entweder poliert sie das Schmuckstück oder sie verhilft ihm mit einer feinen, mattierten Oberfläche zu edlem Glanz. Bei polierten Ketten werden sämtliche Glieder inwendig mittels Lederstreifen zusätzlich ausgezogen. Dieser Prozess kann nur von Hand ausgeführt werden und ist sehr kraft- und zeitaufwendig. Ganz zuletzt prüft der Meister persönlich die Kette auf deren Form und Perfektion, bevor sie zu Ihnen in den Verkauf gelangt.

 

 

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